Die Qualität des Demand Forecastings ist ein entscheidender Faktor für die Kapitalbindung und die Lieferfähigkeit in modernen Lieferketten. In der Praxis stehen viele Unternehmen jedoch vor der Herausforderung, dass manuelle Planungsprozesse und heterogene Datenstrukturen wertvolle Ressourcen binden. Dieser Blogbeitrag analysiert die typischen Hürden in der Supply-Chain-Planung: von der zeitintensiven Konsolidierung manueller Excel-Listen bis hin zum Risiko durch personengebundenes Expertenwissen.
Erfahren Sie zudem in diesem Blogbeitrag, wie der Ansatz “Slim Build AI” als methodische Lösung fungieren kann: Durch die Implementierung modularer, schnell einsatzbereiter KI-Komponenten wird der Mehrwert umgehend sichtbar und die Effizienz nachhaltig gesteigert. Wir zeigen auf, wie Sie innerhalb weniger Wochen den Übergang von administrativ geprägten Prozessen zu einer strategischen, datenbasierten Steuerung schaffen.
Die Qualität des Demand Forecastings entscheidet maßgeblich über die Kapitalbindung und Liefertreue eines Unternehmens. Dennoch binden in vielen Unternehmen administrative Aufgaben, wie die Konsolidierung heterogener Datenquellen und die manuelle Pflege komplexer Tabellenstrukturen, wertvolle Ressourcen. Diese Zeit fehlt anschließend oft für die strategische Planung sowie für die Bewertung von Saisonalitäten oder Markttrends. Um die Planungsqualität nachhaltig zu steigern, bedarf es Lösungen, die sich nahtlos in bestehende Prozesse und intuitiv in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Im Folgenden betrachten wir die zentralen Herausforderungen moderner Planungsprozesse und zeigen auf, wie modulare KI-Lösungen einen schnellen Übergang zu einem objektiven, datenbasierten Forecasting ermöglichen.
Der Status quo der Absatzplanung: Zwischen Erfahrungswerten und operativer Komplexität
In vielen mittelständischen Unternehmen basiert die Absatzplanung auf einer Kombination aus historischer Erfahrung und manuell gepflegten Tabellenkalkulationen. In einem stabilen Marktumfeld war dieser Ansatz oft ausreichend. Doch die zunehmende Volatilität, globale Lieferketten-Störungen und eine wachsende Variantenvielfalt haben die Komplexität auf ein Niveau gehoben, das rein manuell kaum noch zu bewältigen ist.
Die Daten sind im ERP-System meist vorhanden, doch sie liegen dort oft isoliert. Der Versuch, diese Daten mit riesigen Software-Suiten nutzbar zu machen, scheitert in der Praxis häufig an zu langen Implementierungszeiten, die vom aktuellen Bedarf schnell überholt werden. Gleichzeitig überfrachten diese Monolithen oft die Anwender mit Funktionen, die nicht gebraucht werden, und auf der anderen Seite fehlen spezielle Funktionen, die Arbeitserleichterung schaffen würden.
Aktuelle Herausforderungen zu 4 Pain Points zusammengefasst: Wo die Planung heute Ressourcen verliert

1. Das Excel-Labyrinth: Wenn die Konsolidierung die Analyse ersetzt
Ein klassisches Szenario in der Planungspraxis: Mehrere Planer nutzen individuelle Excel-Listen, die regelmäßig in einem zentralen Dokument zusammengeführt werden müssen. Dabei entstehen oft kritische Reibungsverluste:
- Versions-Unsicherheit: In den Verzeichnissen kursieren diverse Dateiversionen mit Bezeichnungen wie Planung_V2_final_Korrektur.xlsx. Wer hat wann auf welcher Basis aktualisiert? Die Suche nach der “Single Source of Truth” kostet Zeit und Nerven.
- Administrativer Aufwand: Wer läuft allen nach, um die aktuellsten Stände einzusammeln? Wer validiert die händisch zusammengeführten Tabellen? Zeit und Ressourcen fließen in die reine Datenpflege statt in die strategische Optimierung.
- Quantitative versus qualitative Informationen: jeder Einzelne fügt nicht nur entsprechende Zahlen ein, sondern auch Kommentare und Zusatzinformationen in Textform. Wie sollen und können diese anschließend berücksichtigt werden? Meistens werden diese Informationen deshalb nicht beachtet, wodurch oft wichtige Informationen verloren gehen und auch die Forecasts verfälschen kann.
2. Das Lager-Dilemma: Kapitalbindung vs. Lieferfähigkeit
Viele Unternehmen kämpfen mit einem “zu viel” und “zu wenig” auf Lager zur gleichen Zeit. Ohne ein präzises, datengestütztes Forecasting gleicht jede Bestellung im Einkauf einem Wetten auf die Zukunft. Das Ergebnis ist oft ein Ungleichgewicht: Während Ladenhüter das Lager blockieren und wertvolles Kapital (Working Capital) binden, entstehen bei Top-Sellern schmerzhafte Fehlmengen (Out-of-Stock). Ein Fehler in der Prognose führt hier direkt zu entgangenem Umsatz, unzufriedenen Kunden oder auf der anderen Seite zu unnötigen Lagerkosten.
Ein klassischer Montagmorgen in vielen Unternehmen: 08:15 Uhr, der Kaffee ist noch heiß, aber die Stimmung in der Logistik ist bereits am Siedepunkt. Denn ein Top-Seller ist Out-of-Stock, während in Halle 3 die Ladenhüter wertvolles Kapital binden. Das Team verbringt anschließend den Vormittag nicht mit strategischer Planung, sondern mit Brandlöschen, Eilbestellungen und dem Vertrösten unzufriedener Kunden.
Wer in der Supply Chain heute noch auf Sicht fährt, verliert nicht nur Nerven, sondern bares Geld. Doch was, wenn das Problem nicht mangelnder Einsatz ist, sondern ein Werkzeugkasten, der für die heutige Komplexität schlicht nicht mehr ausreicht?
Wie Sie Sicherheitsbestände methodisch optimieren und den Spagat zwischen Lieferfähigkeit und Working Capital besser managen, haben wir hier ausführlich beschrieben: Sicherheitsbestände durch präzise Vorhersagen optimieren.
3. Das Kopf-Monopol: Die Abhängigkeit von Einzelpersonen
Hängt die Lieferfähigkeit Ihres Unternehmens vom impliziten Wissen einzelner Mitarbeiter ab? Oftmals ist das “Bauchgefühl” langjähriger Experten das einzige Korrektiv. Dies birgt jedoch ein hohes strategisches Risiko bei personellen Veränderungen. Es fehlt ein System, das dieses Wissen objektiviert und dem gesamten Team eine verlässliche Entscheidungsgrundlage bietet.
Wer den Satz noch nie gehört: “Das haben wir schon immer so gemacht.” oder “Herbert weiß einfach, wie der Markt atmet.” Oft hängt die gesamte Lieferfähigkeit am impliziten Wissen einzelner erfahrener Kollegen. Das ist riskant: Denn was passiert, wenn “Herbert” im Urlaub ist, krank wird oder gar in Rente geht? Dann verschwindet die Planungsintelligenz aus dem Unternehmen.
Ohne datenbasierte Grundlage bricht dieses Kartenhaus bei personellen Veränderungen schnell zusammen. Denn ohne ein System, das das unternehmensinterne und kundenspezifische Wissen aller objektiviert und demokratisiert, bleibt Ihre Supply Chain extrem verwundbar und intransparent.
4. Die Aktions-Blindheit: Wenn Silos die Lieferfähigkeit gefährden
In vielen Unternehmen agieren die Abteilungen Marketing, Vertrieb und Supply Chain wie isolierte Inseln. Ein klassisches Szenario: Das Marketing plant eine groß angelegte Rabattaktion oder eine Social-Media-Kampagne, um den Absatz anzukurbeln. Die Supply Chain erfährt davon jedoch erst, wenn die Bestände bereits kritisch niedrig sind oder die Ware schlichtweg ausverkauft ist.
Diese mangelnde Synchronisation führt zu massiven Problemen:
- Der Informations-Lag: Manuelle Planungsprozesse sind oft so träge, dass kurzfristige Marktveränderungen oder geplante Verkaufsförderungen erst mit einer Verzögerung von mehreren Wochen in der Mengenplanung ankommen. Bis die Excel-Tabelle manuell angepasst wurde, ist die Aktion meist schon vorbei.
- Methodische Überforderung: Klassische, auf Historie basierende Modelle (oder einfache Tabellenkalkulationen) können externe Sondereffekte kaum verarbeiten. Wie wirkt sich ein Temperatursturz auf den Absatz von Grillkohle aus? Welchen Einfluss hat ein viraler Trend auf ein spezifisches Nischenprodukt? In manuellen Systemen bleiben diese Faktoren “blinde Flecken”.
- Kosten der Blindheit: Das Ergebnis ist fatal. Entweder man verliert Umsatz, weil man den Demand-Peak nicht bedienen kann (Lost Sales), oder man reagiert panisch mit teuren Eil-Lieferungen und Sonderproduktionen, was die Marge der mühsam geplanten Marketing-Aktion sofort wieder zunichte macht.
Ein moderner Forecasting-Ansatz löst diese “Aktions-Blindheit” auf, indem er externe Signale, von internen Marketing-Aktionen über Wettervorhersagen bis hin zu Markttrends, automatisiert integriert. So wird die Planung von einer reinen Rückschau zu einem vorausschauenden Steuerungsinstrument, das Silos aufbricht und Marketing-Erfolge erst logistisch möglich macht.
Ein methodischer Ausweg: Der Slim-Build-AI-Ansatz
Um diese Hürden zu überwinden, ohne in langwierige IT-Großprojekte zu investieren, hat sich eine modulare Vorgehensweise bewährt, die wir als Slim Build AI bezeichnen. Dabei wird nicht versucht, die gesamte IT-Infrastruktur auf einmal zu revolutionieren. Stattdessen wird gezielt dort angesetzt, wo der größte “Pain Point” liegt.
Die methodischen Kernpunkte dieses Ansatzes:
- Modularität statt Monolith: Statt einer starren Software-Suite werden passgenaue KI-Module entwickelt, die sich an vorhandene Datenquellen andocken.
- Kurze Iterationszyklen: Ein funktionsfähiges Modul (z. B. zur KI-gestützten Variantenplanung) liefert bereits nach wenigen Wochen erste Ergebnisse. Dies ermöglicht eine schnelle Validierung des ROI.
- Anwenderzentrierung: Eine hohe intuitive Bedienbarkeit sorgt dafür, dass die Lösung im Arbeitsalltag akzeptiert wird und somit auch angewendet wird. Wenn die KI Routine-Prognosen übernimmt, gewinnen Planer die Zeit zurück, um sich auf strategische Ausnahmen zu konzentrieren.

Fazit: Datenbasierte Entscheidungen als strategischer Vorteil in der Absatzplanung
Präzises Demand Forecasting ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für eine resiliente Supply Chain. Durch den Übergang von manueller Tabellenpflege zu automatisierten, modularen KI-Prognosen können Unternehmen nicht nur Kosten senken, sondern ihr Team nachhaltig entlasten. Fokus schlägt hierbei Komplexität: Wer gezielt investiert, vermeidet den “Excel-Burnout” und schafft eine skalierbare Basis für die Zukunft.

Erfahren Sie mehr über Slim Build AI
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